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– Auszüge aus der Vergangenheit

Könniginnenstraße 38, München

Unter dieser Adresse fanden seit Ende der zwanziger Jahre junge Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg, sowie Ordensfrauen aus anderen Klöstern, die ein Studium in München aufgenommen hatten, ihr Domizil. Darüber hinaus bot das Haus auch Herberge für einige weltliche Studentinnen, sofern nicht alle Zimmer belegt waren. Während der vorlesungsfreien Zeit, in der die Studentinnen das Haus verlassen hatten, konnten auch schon damals „Bewohner auf Zeit“, Praktikanten und Durchreisende, im Studienheim eines der freien Zimmer beziehen.

Wie auch heute, besuchte damals ein „Hausgeistlicher“, Herr Professor Zehntman, allmorgendlich das Studienheim, um mit den Schwestern und Studentinnen die heilige Messe zu zelebrieren.

Das Leben in der NS-Zeit

In den Jahren ab 1937 traten unter der Regierung der Nationalsozialisten einige Veränderungen für die Frauen von Maria Stern ein. Es fing zum einen damit an, dass von einer Gruppe der BDM die Bereitstellung einiger Räume für Sport- und Heimabende verlangt wurde. Später mussten die Studentinnen des Hauses ihren Habit ablegen, wenn sie sich öffentlich bewegten, zum Beispiel, um Vorlesungen zu besuchen, damit sie unangenehmen Situationen wegen der Ordenszugehörigkeit entgehen konnten. Darüber hinaus durften Schwestern, die ihre Lehramtsprüfung abgelegt hatten, nicht mehr als Lehrerinnen ins Mutterhaus zurückkehren, was einen Mangel an Lehrerinnen nach sich zog.

Alles in allem boten sich diese Jahre dem Studienheim und seinen Bewohnern als eine schwere schonungslose Zeit: Der damalige Speisesaal wurde wegen drohender Angriffe zum Luftschutzraum umfunktioniert, in der Nähe abgeworfene Bomben richteten Schäden an und sogar Offiziere der Luftwaffe nahmen drei der Zimmer für sich in Beschlag. Die folgenden Bombenangriffe auf die Gebäude der benachbarten Münchener Rückversicherung und die in der Nähe aufgestellte Flakstation ließen das Haus der Maria-Stern-Frauen nicht unversehrt. Erschwerend kam der Verlust einiger wertvoller, im Haus gut bekannter und geschätzter Menschen hinzu.

Auch nach Ende des Krieges war zunächst ein normaler Betrieb des Heimes noch nicht abzusehen, so bat zum Beispiel der Vorstand des zerstörten Marianums Dr. Zinkl um die Aufnahme evakuierter Arbeiterinnen und Schwestern, bis sie im Mai 1949 das Studienheim wieder verlassen konnten, um in ihren Neubau in Giesing einzuziehen. Das Mutterhaus ließ das Studienheim sanieren und renovieren, worauf hin es dann zunächst an das „herzögliche Gregorianum“ vermietet wurde. Ab Oktober 1950 konnte auch das Gregorianum das eigene Gebäude, das nach der Zerstörung wieder hergestellt war, beziehen. Fortan konnte der Betrieb des Heimes unter eigener Verwaltung wieder aufgenommen werden, wobei die Zimmer des Hauses an Theologiestudenten des Gregorianums vermietet wurden.

Das Studienheim zieht um (1960-62)

Nach einem gedanklichen Zeitsprung befinden wir uns nun schon in den 60igern des letzten Jahrhunderts. 1960 meldete sich die Münchener Rückversicherungsgesellschaft als „Nachbar“ des alten Studienheims des Klosters Maria Stern in der Königinstr. 36. Die Münchener Rück hegte den Wunsch das Haus in der Königinstr. 36 zu erwerben. Zuerst traf dies bei den Verantwortlichen im Mutterhaus des Ordens nicht auf die gewünschte Zusage. Nach kaum einem Jahr jedoch kam eine weitere Nachricht des Rückversicherers mit konkretem Inhalt: „Die Versicherungsgesellschaft wäre bereit, ein unbebautes Grundstück zu erwerben und nach den Plänen eines vom Kloster beauftragten Architekten einen Neubau ausführen zu lassen und auch die Kosten und Steuern, die im Zusammenhang mit Erwerb des Grundstücks anfallen würden, gingen zu Lasten der Gesellschaft.“

Dieses Angebot wurde schnell vom Mutterhaus in Augsburg angenommen. Am 25. Juli 1961 stand der Grundsatzvertrag über den Neubau in der Helmtrudenstraße. Trotz der vorausgegangenen Wintermonate, gelang bis Anfang April 1962 die Vollendung des Rohbaus, so dass nun die jetzt anfallenden Innenarbeiten, die bis September desselben Jahres beendet sein sollten, in Angriff genommen werden konnten. In Anwesenheit des damaligen Direktors der Münchener Rückversicherung, Herrn Dr. Sonnenholzner, der beiden Architekten, Herrn Schiener und Herrn Ankenmüller und als Vertretung des Mutterhauses in Augsburg, der Generalökonomin M. Annette Haertle, wurden am 14.09.1962 die Schlüssel zum neuen Heim übergeben. Obwohl die Arbeiten im Haus noch nicht abgeschlossen waren zogen am 17.09.1962 zwei Schwestern, Frau Humilitas und Frau Monegundis, als erste in das neue Haus.

Der Umzug aus der Königinnenstraße in die Helmtrudenstraße fand kurz darauf am 26.09.1962 statt, wo nun Zimmer für 31 Studierende und 10 Schwestern, sowie eine Kapelle, ein Refektorium, ein Speisesaal, ein Aufenthaltsraum, Küche etc. bezugsbereit standen. Die 28 Studenten, die mit in das neue Haus zogen, studierten Theologie und kamen aus fünf deutschen Diözesen. Auch Studentinnen des Klosters gehörten zu den ersten Bewohnern. Aus einem Heim für Theologiestudenten im Freijahr bildete sich nach und nach eine überfakultäre Wohngemeinschaft.

Vom Umzug 1962 bis 2000

Nachdem der Umzug der Schwestern und der 28 studierenden Theologen beendet war, nahm auch der Alltag, der ruhig und geordnet verlief, wieder Einzug.

Schöne und erfreuliche Unterbrechung war durch einige Besuche von Mitschwestern gegeben, die in den ersten Monaten des Jahres 63 nach München kamen. Weiterhin brachten die folgenden Monate einige für das Haus wichtige und wesentliche Ereignisse mit sich. So erhielt das Haus, kurz nachdem Herr Prälat Dr. Pascher am 1. Juli zum Kirchenrektor der Hauskapelle ernannt worden war, am 9. Juli die kirchliche Weihe.

Mit dem Ende der Semester verließen einige Studenten das Haus, andere zogen zum neuen Semester wieder ein. Der normale Rhythmus hatte also wieder begonnen, so dass das Haus stets voll besetzt war. Sogar einige der Bewerber konnten nicht mehr angenommen werden. Auch Modernisierung und Veränderung machte vor dem Studienheim natürlich nicht Halt. Ab Mai 1966 gab es den ersten Fernseher im Haus, vor dem die damaligen Bewohner, unter die sich mit der Zeit die ersten Studenten anderer Fachrichtungen und Fakultäten gemischt hatten, Zerstreuung suchen konnten.

Ein erstes, großes Unternehmen war die Einrichtung einer Cafeteria 1989, für die die Anschaffung einer Küche, neuer Tische und Stühle, des Kücheninventars, etc. anfiel. Damit die Studenten nun auch selbst die Möglichkeit hatten, im Haus ihre Wäsche zu waschen, wurde 1991 eine Waschküche mit allem, was dafür notwendig ist, eine Waschmaschine und Wäschetrockner usw., ausgestattet. Im gleichen Jahr noch wurden neun kleine Zimmer und ein Jahr später weitere 20 neu möbliert. Um die modernen Medien nutzen zu können, wurden 1997 ein Faxgerät und 1999 Telephonanschlüsse auf allen Zimmern installiert.

Das Äußere des Hauses sollte sich besonders innerhalb der sieben Jahre nach 1993 entscheidend verändern, indem zunächst ein neuer Anstrich das Studienheim schmückte. Kurz darauf, in den nächsten ein bis eineinhalb Jahren, entstand – zusammen mit den Überdachungen der Eingangstüren – der Wintergarten, der sich an der Ostseite über alle drei Stockwerke erstreckt. Um ’99 kamen ein Gartenzaun und eine neue Hecke hinzu.

2000 bis heute

*Überflutung des Dachbodens*

*Spansau zum Sommerfest*

Die Oberinnen der Filiale München des Klosters Maria Stern in Augsburg:

       M. Philomena Daum              1929-1934      
M. Winfrieda Rieger 1934-1944
M. Edelberta Schnehle 1944-1945
M. Mathilda Schmid 1945
I>Am 01.08.1945 aufgelöst <I
M Gebharda Mayer 1949-1959
M. Proteria Zott 1959-1965
M. Hildegard Wiest 1965-1970
       M. Monegundis Lechner       1970-1979
M. Ansgaria Friesinger 1979-1986
M. Mechtildis Kieseher 1986-1995
M. Ansgaria Friesinger 1995-